The Middle Of Nowhere

willruth.net

Heute melden wir uns aus dem ausgesprochen beschaulichen (will sagen: stinklangweiligen) Gallup, NM, das eigentlich nur zur Zwischenstation wurde, weil wir gestern noch dachten, daß wir heute eigentlich nicht so gerne ewig im Auto sitzen wollten, um bis Albuquerque durchzufahren…

Parking Lot Prairie Doggies (Quelle: Höchsteigenes Urlaubsphoto)

Immerhin nächtigen wir heute in einer ganz netten Mini-Suite mit Blick auf einige Hügel hinter dem Parkplatz, die eine interessante Schweizer-Käse-Struktur aufweisen und von einer größeren Gruppe der niedlichen Nager aus dem POTD bewohnt werden. Wir hatten vor einiger Zeit schon mal Präriehunde aus einiger Entfernung (sprich: aus dem Auto heraus) gesehen, wie sie aus den malerischen roten Erdhügelchen, die sie beim Tiefbau so auswerfen, herausschauten, aber so direkt hinterm Haus in freier Wildbahn ist schon schön :o)

Weniger schön waren die kleinen blutsaugenden Arschlöcher, äh, Mücken, die uns beim prairie-dog-watching belästigt haben. Glücklicherweise hatten wir in weiser Voraussicht letzte Woche bei REI schon die Heavy-Duty-Mückenstich-Erste-Hilfe-Tropfen besorgt, die eigentlich ins Cachingtäschchen wandern sollten. So kamen sie heute bereits zum Einsatz und haben sich im Test grandios bewährt.

 

Blutsaugen scheint in der Gegend hier allerdings zum guten Ton zu gehören, zumindest bei den an indianische Souvenirbutzen gekoppelten Tanken… Da wir in Sedona nur mit halbvollem Tank aufgebrochen waren, näherte sie die Nadel kurz vor Gallup dann doch „Empty“, weshalb wir beschlossen, eine Tankstelle anzusteuern. Die erste hatte netterweise Zettelchen an alle Tanksäulen geklebt „Sorry, No Gas“ (Halloooo?? Wir sind doch weder in der Zone noch in einer anderen Notstandsregion – was soll das??), die zweite einige Meilen weiter verfügte ebenfalls über Zettelchen, diesmal mit der Aufschrift „Premium Only“ – auch nett… zumal Premium mal locker 30 Cent mehr kostet als Regular Unleaded…grmpf, also weiterfahren…

 

Nein, wir mußten nicht AAA bemühen, wir haben es noch locker nach Gallup geschafft und konnten dort zu üblichen Preisen (zur Zeit hier knapp unter $ 4/ gallon) Jeepielein wieder betanken.

 

Gallup an sich besteht größtenteils aus indianischen Schmuck- und Gedönsläden bzw. aus Wholesale-Supply für diese Gewerbe. Dazu Unmengen an Motels, Hotels, Tankstellen (haha, da sind sie, man sollte also mutig, zur Not auch auf dem letzten Tropfen, an den Blutsaugertanken vorbeiziehen!) und Schnellfressen – und natürlich die obligatorische Bahnstrecke (man erinnere sich: MÖÖÖÖP-MÖÖÖÖP…).

Als wir uns vorhin noch einmal in Richtung Walmart aufmachten, um einen abendlichen Snack zu besorgen, standen wir auch einige erquickliche Minütchen am Bahnübergang – es dauert eine ganze Weile, bis zwei Züge (einer pro Richtung) mit je drei Loks und 110 bzw. 112 Waggons vorbei sind!

 

Am frühen Nachmittag waren wir übrigens extrem lecker und extrem günstig beim Mexican Restaurant unseres Vertrauens (der Parkplatz war brechend voll, der Sheriff holte sein Lunchpaket ab, muß wohl was dran sein an dem Laden…) – als die einzigen Nicht-Indianer oder Hispanics, was ebenfalls zunächst unser Vertrauen in die Qualität des Futters steigerte, „Futtern wie bei Muttern“-Theorie halt ;o)

Mit der Qualität lagen wir richtig, allerdings stellte sich beim Walmart-Besuch heraus, daß wohl doch in erster Linie die Bevölkerungsstruktur Gallups für das allgemeine Publikum bei Virgie’s Mexican Restaurant verantwortlich war…

 

Morgen geht’s dann weiter nach Albuquerque, möglicherweise mit einem Abstecher nach Santa Fe, das uns kürzlich von Familie Q. aus N. am R. wärmstens empfohlen wurde ;o)

 

Ach ja: Sandro, das mit dem vielen Roadkill in Texas solltest Du doch nicht als Aufforderung verstehen, Bambi umzulegen – und wir haben nicht einmal die Roadkill-BBQ-Sauce gekauft ;o)

Aber wir haben ein schönes Bild für Dich:

Road Kill Café (Quelle: Höchsteigenes Urlaubsphoto)

 

Samstag, 2. August 2008

 

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