Travel Day: London – Glasgow – Kennacraig – Islay

Am 24. Oktober 2015 haben wir uns in aller Herrgottsfrühe auf den langen Weg nach Islay begeben.

Fing ganz harmlos an, früh aufstehen, Hotel Hoppa (Bus zum Terminal) besteigen, Gepäck einchecken, ab durch Security und auf nach Glasgow. So weit, so gut.

In Glasgow angekommen fing der Spaß dann an: Rental Car Pick-Up. Schlange noch überschaubar, also schnell taktisch geschickt aufteilen, einer anstellen, einer zum ATM, Cash für unser B&B auf Islay zapfen.

Nach einem etwas längeren Rundgang auf der Suche nach einem kooperativen ATM (die ersten beiden hatten technische Probleme und waren außer Betrieb) traute ich meinen Augen kaum – die Schlange hatte sich keinen Meter vorwärts bewegt, sondern nur hinten reichlich angebaut. Nicht gut, wir hatten schließlich einen langen Weg vor uns und eine Fähre, die wir erwischen mussten…

Während hinter uns die Schlange immer weiter durch’s Terminal wuchs, bekamen wir allmählich mit, weshalb es nicht vorwärts ging: Sämtliche Mitarbeiter am Budget-Schalter waren damit beschäftigt, Wege zu erforschen, auf denen es einer enorm schlecht organisierten Lady möglich sein könnte, ihren reservierten Mietwagen zu bekommen, obwohl sie erstens keine Kreditkarte hatte, und es zweitens nicht möglich war, die Kaution anders als mit Kreditkarte zu zahlen. Super.

Nachdem wir insgesamt fast so lange bei Budget in der Schlange gewartet hatten, wie wir von Heathrow nach Glasgow geflogen waren, konnten wir endlich los – Zeitpolster war glücklicherweise noch immer dick genug, um uns am nächstgelegenen Tesco mit Snacks und Getränken für die Fahrt auszustatten, also ab durch die Mitte!

Unsere Strecke von Glasgow zum  Kennacraig Ferry Terminal haben wir dank Navi zufällig (und ungeplant) ganz genau wie letzten Sommer gewählt – diesmal allerdings mit nicht ganz so charmantem Wetter und recht fiesem Seegang auf der letzten unserer insgesamt drei Fähren – unsere Überfahrt von Kennacraig nach Port Ellen war zum Schluss so wackelig, dass ich zum Transport unserer Latte Macchiatos die freundlich angebotene Hilfe des Barista in Anspruch nehmen musste, damit der Kaffee in uns und nicht quer über das halbe Deck verteilt landen konnte…

Schöne Bilder haben wir unterwegs aber trotzdem gemacht:

In Port Ellen angekommen, war es dann nur noch eine kurze Fahrt bis nach Bowmore, wo wir uns für unsere drei Nächte auf Islay in einem B&B eingemietet hatten, das uns von unseren Vermietern vom letzten Sommer, Ron und Ellen vom Old Excise House, empfohlen worden war, weil die beiden kein Zimmer für uns frei hatten.

The Bowmore House war leicht zu finden (naja, Bowmore an sich ist auch überschaubar), der dazugehörige Parkplatz auch, und kaum hatten wir unsere Siebensachen ausgeladen, ging auch schon die Hintertür auf und Andrew, der Besitzer des B&B, nahm uns in Empfang.

Da wir außer Snacks und Kaffee auf der Fähre nicht wirklich viel gegessen hatten, haben wir schnell unsere Sachen in unser Zimmer (Distillery View – der Name ist Programm!) verfrachtet und sind wieder runter in den Frühstücksraum zu Andrew gegangen, um uns bei einem kleinen Willkommens-Whisky über Möglichkeiten zum Abendessen zu informieren. Andrew hat uns dann mal eben einen Tisch im Lochside Hotel ein Stückchen die Straße runter reserviert und uns bei besagtem Willkommens-Whisky haufenweise Tips für unsere weitere Planung gegeben. Nebenbei haben wir noch einen weiteren Gast kennengelernt, der fast gleichzeitig mit uns angekommen war und ebenfalls hauptsächlich wegen des Whiskys auf Islay war (Pierre aus der Schweiz).

Nach dem netten Whisky-Ründchen war dann auch endlich unser Tisch im Lochside Hotel bereit, also sind wir schnell durch leichten Nieselregen rüber und haben den Abend bei leckerem Essen aus den daily specials (venison burgers, yum!) ausklingen lassen.

Nachdem wir in England insgesamt doch wirklich tolles Wetter gehabt hatten, konnten wir uns schon fast damit abfinden, für den zweiten Teil der Tour durch den Regen zu schlurfen – waren ja eigentlich eh für Matschwetter und arktische Temperaturen gerüstet – und auf Islay waren wir schließlich in erster Linie nicht wegen des Strandwetters, sondern wegen der vielen Distilleries, die bekanntlich auch Regentage retten können…

Wie das Wetter sich schließlich entwickelt hat, folgt in Kürze in Teil 2 des Islay-Berichtes!

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